VKF - Verein zur Kunst- und Kulturförderung in den Neuen Ländern e.V

Verein zur Kunst- und Kulturförderung
in den Neuen Ländern e.V.

VKF - e.V.

02.09.2011

Die Fischerkirche in Born

Nach 6 Wochen Dauerregen auf dem Darß sah es nicht besonders gut aus für die Idee, einen entspannten Sommerworkshop an der Ostsee mit Baden, Sonnen und Grillen am Strand zu verbringen und damit dem ohnehin schon mäßigen deutschen Sommer wenigstens ein gelungenes Ende zu bereiten. Trotzdem ließen sich knapp 20 VKFler nicht beirren und reisten mal wieder an ein Ende der Republik. 

Ziel war die Fischerkirche in Born, eine der Filialkirchen der Kirchengemeinde Prerow, die schon seit einiger Zeit keine Renovierung mehr erhalten hatte, da sich Kirchengemeinde, Ortsgemeinde und Förderverein nicht über die Ausrichtung der originalen Holzfiguren einigen konnte – seit Jahren. Dem Architekten Bernhard Hopp, der die Kirche 1935 entwarf, war die naturverbundene Bauweise wichtig, die sich organisch in die Landschaft des Darßes einfügt. Der Kirchenbau ist ganz aus Holz und das Tonnengewölbe im Innenraum läßt die Kirche größer erscheinen als sie ist. 

Über viele Jahrzehnte sammelten sich etliche Schichten von Wachs, Lacken und andern nicht mehr denkmalgerechten Stoffen auf dem Holzdielenboden der Kirche. Unter der fast schwarzen Farbe war das Holz kaum noch zu erkennen. 

Die Aufgaben umfassten vor allem die Reinigung und Aufbereitung des alten Holzdielenbodens, der erst abgeschliffen und dann in mehreren Schichten eingeölt und versiegelt werden mußte. Daneben standen die Restaurierung der Fenster und die Neufixierung des Kirchengestühls an. Auch diese Arbeiten verhinderten die internen Reibereien bis der VKF als neutraler Dritter mit Schleifmaschinen und Pinseln antrat.

Am frühen Freitagmorgen brach das erste Mal seit Wochen der Himmel über dem Darß auf und die Sonne schien, wie den ganzen Sommer noch nicht. Die Vorhut des VKF war gekommen, die aus zuerst drei und später fünf VKFlern bestand, und legte los. Schließlich sah der Zeitplan vor, daß der größte Teil der Arbeit, das Abschleifen des Bodens, bis Samstagvormittag abgeschlossen sein mußte, da nur durch den ersten Auftrag des Öls am Samstagmittag eine zweite Ölung am Abend und damit genügend Trocknungszeit lassen würde, um am Sonntag schon den ersten Gottesdienst in der frisch hergerichteten Kirche halten zu können. Ohne den Tatkräftigen Einsatz vor allem von Robert wäre das nicht möglich gewesen. Er zog in aller Ruhe und mit einer fast schon störrischen Ausdauer seine Bahnen mit dem großen Bodenschleifer. Am Samstagvormittag war klar, daß der Zeitplan doch noch knapp aufgehen würde. Es galt nur noch den Boden zu ölen und die Bänke neu auszurichten. Die Nachzügler, die erst am späten Freitagabend und im Verlaufe des Samstages dazukamen, blieb nur noch die Feststellung, daß man ja bei diesem Workshop jetzt kaum noch Arbeiten sondern nur noch Sonnenbaden könne. 

Unser Matratzenlager durften wir in den Aufenthalts- und Geschäftsräumen des Gut Darß aufschlagen und haben dort auch herrlich im ländlichen Geruch eines Rinderguts auf der Terrasse in der Sonne gefrühstückt; in einer interessanten Führung am Samstag wurden wir über die Biorinderzucht, Subventionen und Landveränderung in der Region aufgeklärt.

Der Workshop war geradezu erholsam durch die Zeit am Strand und am Meer – das heimliche Ziel dieses Wochenendes. Nach getaner Arbeit hatte Fabiola schon eine exklusive Tafel an einem eigenen Stück Strand hergerichtet, die allen noch so verwöhnten VKFler-Gaumen schmeichelte. Bis in die Nacht haben wir bei Meeresrauschen gegrillt und später im Licht der Fackeln unterm Sternenhimmel bis in die frühen Morgenstunden getanzt, nur unterbrochen von dem nächtlichen Sprung in die eiskalten Fluten einiger mutiger VKF-Mitglieder. 

Der Abschluss des Wochenendes war eine Predigt zum Froschkönig von Pfarrer Witte, der uns die Tage über sehr unterstützt hat, am Sonntagnachmittag in der - nach VKF-Einsatz - luftig, hellen, freundlichen Fischerkirche in Born. Später verzieht sich der Himmel und die ersten Regentropfen nach gut 48 Stunden fallen hernieder pünktlich zur Abreise des VKF-Workshop-Teams.

Fabiola Stachels & Benedikt Hochkirchen

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